Leider sind die Gierigsten die Besten und Schönsten
Wenn Gordon Gekkos Mantra „Gier ist gut“ heute nicht mehr als zynische Warnung, sondern als Betriebslogik des Silicon Valley gilt, dann haben wir es nicht nur mit einer ökonomischen Fehlentwicklung zu tun, sondern mit einer kulturellen Umwertung aller Werte. Musk, Thiel und Bezos sind keine bloßen Unternehmer mehr. Sie sind die Hohepriester einer neuen Religion, in der Empathie als Ineffizienz und Rücksichtslosigkeit als „Disruption“ gefeiert wird.
Psychologisch betrachtet ist der moderne Super-Milliardär oft ein Lehrbuchbeispiel für die „Dunkle Triade“: Narzissmus (Selbstbewunderung), Machiavellismus (manipulative Kälte) und eine Prise Psychopathie (Abwesenheit von Angst und Reue).
In einer funktionierenden Gemeinschaft würden wir solche Persönlichkeitsstrukturen therapieren oder isolieren, da sie den sozialen Zusammenhalt gefährden. Der turbokapitalistische Markt jedoch fungiert als gigantischer Verstärker für genau diese Eigenschaften. Er selektiert nicht die Besten, sondern die Hemmungslosesten. Wer keine Skrupel hat, Ressourcen zu monopolisieren und Mitarbeiter als Brennmaterial zu nutzen, gewinnt. Das System belohnt die Abwesenheit des Gewissens mit unbegrenzter Macht. Machen wir uns nichts vor: Die dunkle Triade hat gewonnen.
Doch die eigentlich verstörende Frage ist nicht, warum diese Männer so sind, wie sie sind. Die Frage ist: Warum lassen wir sie gewähren? Mehr noch: Warum bewundern wir sie?
Die Antwort liegt in einer kollektiven projektiven Identifikation. In einer erlebten Realität, die von bürokratischer Ohnmacht, politischem Stillstand und moralischen Komplexitäten geprägt ist, verkörpern Musk und Co. die totale, ungebremste Handlungsfähigkeit. Sie sind das personifizierte „Es“; der reine Trieb, der sich nimmt, was er will, ohne auf das „Über-Ich“ (die Moral) zu hören. Wir bewundern sie nicht trotz ihrer Rücksichtslosigkeit, sondern wegen ihr. Sie leben den Größenwahn aus, den sich der Durchschnittsbürger versagen muss.
Peter Thiels Libertarismus oder Musks Mars-Phantasien sind keine politischen Programme, es sind narzisstische Abwehrstrategien gegen die Endlichkeit und die Abhängigkeit von anderen Menschen. Sie wollen nicht die Welt retten; sie wollen sich von der Notwendigkeit der Kooperation befreien.
Wenn „Gier gut und schön ist“, dann ist das Gemeinwohl tot. Wir haben zugelassen, dass pathologisches Verhalten zur Benchmark für Erfolg wurde. Wir verwechseln den pathologischen Drang, Löcher in der Seele mit Geld zu stopfen, mit Visionärstum.
Solange wir Reichtum mit Erfüllung verwechseln, müssen die Gierigsten tatsächlich die Besten und Schönsten bleiben, während sie die Grundlagen unserer Solidarität privatisieren. Wir müssen dringend aufhören, ihre Bilanzen zu bestaunen, und anfangen, ihre Diagnosen zu stellen.
Wenn man sich das Bild anschaut, wünscht man sich doch sehr, dass es wahr wäre. Sonst macht das ganze konsumistisch-kapitalistische Leben wenig Sinn...
Wenn Gordon Gekkos Mantra „Gier ist gut“ heute nicht mehr als zynische Warnung, sondern als Betriebslogik des Silicon Valley gilt, dann haben wir es nicht nur mit einer ökonomischen Fehlentwicklung zu tun, sondern mit einer kulturellen Umwertung aller Werte. Musk, Thiel und Bezos sind keine bloßen Unternehmer mehr. Sie sind die Hohepriester einer neuen Religion, in der Empathie als Ineffizienz und Rücksichtslosigkeit als „Disruption“ gefeiert wird.
Psychologisch betrachtet ist der moderne Super-Milliardär oft ein Lehrbuchbeispiel für die „Dunkle Triade“: Narzissmus (Selbstbewunderung), Machiavellismus (manipulative Kälte) und eine Prise Psychopathie (Abwesenheit von Angst und Reue).
In einer funktionierenden Gemeinschaft würden wir solche Persönlichkeitsstrukturen therapieren oder isolieren, da sie den sozialen Zusammenhalt gefährden. Der turbokapitalistische Markt jedoch fungiert als gigantischer Verstärker für genau diese Eigenschaften. Er selektiert nicht die Besten, sondern die Hemmungslosesten. Wer keine Skrupel hat, Ressourcen zu monopolisieren und Mitarbeiter als Brennmaterial zu nutzen, gewinnt. Das System belohnt die Abwesenheit des Gewissens mit unbegrenzter Macht. Machen wir uns nichts vor: Die dunkle Triade hat gewonnen.
Doch die eigentlich verstörende Frage ist nicht, warum diese Männer so sind, wie sie sind. Die Frage ist: Warum lassen wir sie gewähren? Mehr noch: Warum bewundern wir sie?
Die Antwort liegt in einer kollektiven projektiven Identifikation. In einer erlebten Realität, die von bürokratischer Ohnmacht, politischem Stillstand und moralischen Komplexitäten geprägt ist, verkörpern Musk und Co. die totale, ungebremste Handlungsfähigkeit. Sie sind das personifizierte „Es“; der reine Trieb, der sich nimmt, was er will, ohne auf das „Über-Ich“ (die Moral) zu hören. Wir bewundern sie nicht trotz ihrer Rücksichtslosigkeit, sondern wegen ihr. Sie leben den Größenwahn aus, den sich der Durchschnittsbürger versagen muss.
Peter Thiels Libertarismus oder Musks Mars-Phantasien sind keine politischen Programme, es sind narzisstische Abwehrstrategien gegen die Endlichkeit und die Abhängigkeit von anderen Menschen. Sie wollen nicht die Welt retten; sie wollen sich von der Notwendigkeit der Kooperation befreien.
Wenn „Gier gut und schön ist“, dann ist das Gemeinwohl tot. Wir haben zugelassen, dass pathologisches Verhalten zur Benchmark für Erfolg wurde. Wir verwechseln den pathologischen Drang, Löcher in der Seele mit Geld zu stopfen, mit Visionärstum.
Solange wir Reichtum mit Erfüllung verwechseln, müssen die Gierigsten tatsächlich die Besten und Schönsten bleiben, während sie die Grundlagen unserer Solidarität privatisieren. Wir müssen dringend aufhören, ihre Bilanzen zu bestaunen, und anfangen, ihre Diagnosen zu stellen.
Wenn man sich das Bild anschaut, wünscht man sich doch sehr, dass es wahr wäre. Sonst macht das ganze konsumistisch-kapitalistische Leben wenig Sinn...