Bob Hanning

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Gestern war einer dieser Tage, die im Sport nicht so einfach sind.

Am Sonntag verlieren wir das Champions-League-Finale.
Die Jungs sind enttäuscht, wir alle fühlen uns leer. Wenn du so nah dran bist, fühlt sich ein zweiter Platz erstmal nicht wie ein Erfolg an.

Und trotzdem saßen wir gestern, keine 24 Stunden später, im Roten Rathaus und haben uns für den DHB-Pokalsieg ins Goldene Buch der Stadt Berlin eingetragen ✍️

Ein feierlicher Moment, aber natürlich mit gemischten Gefühlen.

Lasse Andersson hat es nach dem Finale im Interview auf den Punkt gebracht.
Er sagte, dass wir es bei seiner Ankunft vor sechs Jahren nicht für möglich gehalten hätten, überhaupt einmal ein Champions-League-Finale zu erreichen.

Und heute sind wir enttäuscht, weil wir zum zweiten Mal hintereinander eines verloren haben.

Ist es nicht erstaunlich, wie schnell Erfolg den Blick auf die Dinge verändert?

Das Gleiche gilt für unsere Jugend. Auch dort hat es im Finale nicht gereicht gegen das Ausnahmeteam von GOG.
Der Frust ist dennoch da. Gleichzeitig können die Jungs unendlich stolz auf das sein, was sie erreicht haben.

Aber gerade nach solchen Niederlagen darf man die gesamte Entwicklung nicht ausblenden.

Supercup gewonnen, DHB-Pokal gewonnen.
In der Liga den zweiten Platz gesichert und erneut für die Champions League qualifiziert. Eine Jugend, die auf höchstem Niveau mitspielt.
Wir haben uns unter den europäischen Top-Teams etabliert. Das ist keine Selbstverständlichkeit, das dürfen wir nicht vergessen.

Und vor allen Dingen bin ich stolz darauf, wie viel Charakter diese Mannschaft in dieser Saison wieder gezeigt hat. Nach Rückschlägen ist sie immer wieder aufgestanden. Sie hat nie aufgegeben.

Deshalb gehören für mich beide Gefühle zusammen:
Die Enttäuschung über das Verpasste und die Wertschätzung für das Erreichte 🦊

📷 Foto von Köppen
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Mein vorläufiger Höhepunkt mit Italien: Die Qualifikation zur WM 🇮🇹

Ich könnte jetzt viel über Transformationsprozesse und die Veränderungen schreiben, die wir in den letzten 15 Monaten vollzogen haben.
Über neue Abläufe und die Frage, wie man Strukturen auf das nächste Level hebt.

Aber heute überwiegt noch die Emotion.

Was haben wir gegen die Schweiz gekämpft.
Was diese Jungs an Leidenschaft, Wille und Zusammenhalt auf die Platte gebracht haben, das war außergewöhnlich.

Im Hinspiel haben wir eine klare Führung noch aus der Hand gegeben.
Das tat weh, aber genau dieses Spiel hat uns gezeigt, wozu wir in der Lage sind.
Ab da war bei allen dieser Funke da: Wir können das schaffen.

Und dann wurde das Rückspiel vor heimischem Publikum zu einem Abend, den keiner so schnell vergisst.

Jetzt sind wir bei der WM in Deutschland dabei.
Wir haben wieder gezeigt, was alles möglich ist! 👏

📷 Fotos von Luigi Canu
Post image by Bob Hanning
Wie gewinnt man das Vertrauen von Handballfamilien? 👪

Unser Neuzugang Andreas Palicka erlebt gerade seine ersten Wochen bei uns.
Auch für einen Spieler mit seiner Erfahrung ist das immer wieder ein Neuanfang, eine Herausforderung.

Klar war von Anfang an, dass seine Familie mit nach Berlin kommt, nachdem sie zuletzt ein halbes Jahr zwischen Wetzlar und Norwegen pendeln musste.
Das ist auf Dauer keine Lösung.

Wer im Profisport unterwegs ist, weiß, was ein Vereinswechsel für eine Familie bedeutet.

Es geht eben nicht nur um den neuen Arbeitgeber und eine neue sportliche Herausforderung. Es geht um Schule, Freundschaften, den Alltag und die Frage, ob sich alle an einem neuen Ort wohlfühlen.

Umso mehr hat mich die Geschichte über seinen Sohn Aston gefreut, die er diese Woche in einem Interview geteilt hat.

Als Andreas ihm vom Wechsel nach Berlin erzählt hat, war seine erste Reaktion: „Oh geil, dann kann ich bei den Füchsen spielen.“ 🦊

Ist das nicht klasse?

So ein Ruf entsteht über Jahre. Durch die Menschen im Verein, durch den Umgang miteinander und durch das, was Spieler und ihre Familien weitergeben. Gerade Familien haben ein feines Gespür dafür, wo sie wirklich willkommen sind und wo ihnen etwas vorgemacht wird.

Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass genau das oft den Ausschlag gibt. Natürlich spielen sportliche Ziele eine Rolle. Aber genauso wichtig ist die Frage: Können wir uns vorstellen, hier als Familie anzukommen?

Wenn sich ein 13-Jähriger auf einen Vereinswechsel freut, weil er unbedingt Teil dieses Vereins sein möchte, dann ist das für mich eines der schönsten Komplimente, die ein Klub bekommen kann.

📷 Foto von Hasper
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Ab heute gibt es die SPREEFÜXXE nicht mehr. Aus ihnen werden die Füchse Berlin Frauen 🦊

Ich finde, das ist genau der richtige Schritt.

Die Marke FÜCHSE BERLIN hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt.
Warum sollten wir diese Stärke nicht künftig gemeinsam nutzen?

Die Frauen rücken auch im Namen näher an die Füchse-Familie heran.
Das macht uns als Gesamtmarke noch stärker und eröffnet neue Möglichkeiten – für die Frauen genauso wie für die Füchse Berlin insgesamt. Davon profitieren am Ende beide Seiten.

Im Fußball ist das ja längst selbstverständlich.
Die großen Vereine treten mit ihren Frauen- und Männerteams unter einer gemeinsamen Marke auf. Ich glaube, im Handball sollten wir genauso denken.

Mit adidas haben wir vor Kurzem bereits einen gemeinsamen Ausrüster für alle Mannschaften vorgestellt. Jetzt folgt also der nächste logische Schritt.

Ich freue mich über diese Entwicklung und wünsche unserem Frauenteam, dass sie sich für ihre gute Arbeit belohnen.
Vielleicht klappt es ja schon in der kommenden Saison mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Ich drücke jedenfalls fest die Daumen! 🙌
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Für mich ist unsere Partnerschaft mit ImmoScout24 auf einer Ebene mit den Verpflichtungen von Simon Pytlick oder Dika Mem 🦊

Vor über 20 Jahren haben wir die Füchse Berlin neu erfunden. Gerade in den ersten Jahren haben wir unzählige Klinken geputzt.
Wir waren die Neulinge in der Stadt und mussten uns das Vertrauen unserer Partner Schritt für Schritt erarbeiten.

Heute entscheidet sich ein DAX-Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin dafür, auf unserem Trikot präsent zu sein.
Für mich ist das ein Zeichen, dass wir als Verein in dieser Stadt angekommen sind. Diese Partnerschaft ist für uns eine große Auszeichnung!

Dass wir generell heute nahezu ausvermarktet sind, hätten wir uns vor einigen Jahren selbst kaum vorstellen können.

Und das Schönste dabei:
Unsere Partner gehen den Weg der Füchse mit. Sie glauben an unsere Gesamtstruktur, an unsere Nachwuchsarbeit und an das, wofür wir als Verein stehen 🙏

Genau das schafft eben die Grundlage dafür, dass wir uns sportlich immer weiterentwickeln können.

Die Vorfreude auf die neue Saison wächst jeden Tag!

Scout24 SE FÜCHSE BERLIN
Post image by Bob Hanning
In diesen Tagen merke ich wieder, wie nah Freude und Leid im Handball beieinander liegen 🙄

Gerade freuen wir uns bei den Füchsen, dass Fabi Wiede nach seinem Kreuzbandriss Schritt für Schritt wieder ins Training eingestiegen ist und mit der Mannschaft in der Halle steht.

Gleichzeitig hat sich Clemens Möstl, den wir nach seinem Transfer direkt an unseren Kooperationspartner 1. VfL Potsdam ausgeliehen haben, im ersten Testspiel das Kreuzband gerissen.

Ich habe in meiner Karriere viele Kreuzbandrisse erlebt.
Aber das macht es nicht leichter.

Natürlich wiegt die Verletzung schwer.
Mindestens genauso schwer ist aber das, was sie persönlich bedeutet.

Dahinter stehen junge Menschen, die große Ziele haben, die sich entwickeln wollen, die sich auf Herausforderungen freuen und jeden Tag dafür arbeiten.
Wenn sie dann von einem Moment auf den anderen ausgebremst werden, trifft sie das weit über den Sport hinaus.

Deshalb geht es in solchen Situationen nicht nur um den Reha-Plan, sondern vor allen Dingen darum, den Menschen dahinter zu begleiten.

Fabi hat gerade wunderbar in einem Interview beschrieben, wie die Mannschaft ihm in den vergangenen Monaten geholfen hat – oft schon mit kleinen Gesten.
Umso mehr freue ich mich, ihn jetzt wieder mit der Mannschaft in der Halle zu sehen.

Seine Rückkehr zeigt eben auch, dass ein Kreuzbandriss nicht das Ende ist.
Das ist für Clemens aktuell ein schwacher Trost.
Aber auch er wird diesen Weg nicht alleine gehen müssen 🤝

📷 Foto von Mareike Engel
Post image by Bob Hanning
Wenn du im Training immer nur das Tempo derer gehst, die gerade keine Bereitschaft zeigen, wirst du keine Nationalspieler entwickeln.

Dann ziehst du am Ende nur die runter, die eigentlich mehr wollen 📉

Im Sport verstehen das alle sofort.
Eine Mannschaft wird besser, wenn die Leistungsbereiten ein Umfeld bekommen, in dem sie wachsen können.
Mit Leuten, die mitziehen und einer Umgebung, die sie fördert und fordert.

Natürlich musst du allen Menschen helfen und Angebote machen.
Natürlich musst du begleiten, fördern, zuhören.

Aber ich habe zunehmend das Gefühl, dass wir in Schule, Ausbildung und teilweise auch in Unternehmen den Fokus verlieren.

Wir beschäftigen uns oft zuerst mit denen, die blockieren, bremsen oder gar nichts investieren wollen.
Und die, die bereit sind, extra Wege zu gehen, warten inzwischen häufig darauf, dass überhaupt jemand ihr Tempo mitgeht.

Das mag hart klingen.
Mir war es trotzdem wichtig, genau darüber beim jakobb Berlin & Christiani Ausbildertag zu sprechen 🗣️

Denn im Sport merkst du ganz genau, was passiert, wenn sich eine Gruppe dauerhaft nach unten orientiert.
Das Niveau sinkt nicht auf einmal, das geht schleichend.
Das Anspruchsdenken verändert sich und die Intensität im Training dann auch.

Und irgendwann reicht es vielen schon, irgendwie mitzulaufen.
Ich sehe da einige Parallelen zur Welt außerhalb des Sports.

Darum mein Appell bei der Veranstaltung:
Wir sollten wieder mehr Energie in die investieren, die wirklich wollen.

Denn genau diese Menschen sorgen am Ende dafür, dass eine Gruppe besser wird — und nicht schlechter.

📷 Foto von Laurenz Bostedt
Post image by Bob Hanning
Über die Jahre habe ich im Handball alles Mögliche erlebt.
Training in eiskalten Hallen, schlechtes Essen, falsche Trikotgrößen, schlecht organisierte und unkomfortable Reisen.

Ich könnte hunderte Beispiele nennen...

Jedes einzelne Thema für sich wirkt klein und hinnehmbar.
In der Summe kosten sie Konzentration, Energie und am Ende eben auch Leistung.

Wenn man ein neues Team übernimmt, liegt es nahe, zuerst auf das Wesentliche zu schauen oder allgemeiner formuliert, auf das große Ganze.

🇮🇹 In meinem Fall bei der italienischen Nationalmannschaft also auf die Spieler, die Taktik und die Ergebnisse.

Im Laufe meiner Karriere habe ich aber gelernt, dass das nur ein Teil der Aufgabe ist.

Vieles entscheidet sich an den kleinen Dingen, die von außen kaum jemand wahrnimmt.
- Spieler, die sich um organisatorische Themen kümmern müssen.
- Abläufe, die nicht klar geregelt sind.
- Fragen, die eigentlich längst beantwortet sein sollten.

Deshalb beginnt Veränderung für mich oft nicht mit einer ganz neuen Idee, sondern mit einer einfachen Frage:
Sind die Voraussetzungen überhaupt geschaffen, damit Menschen ihre beste Leistung bringen können? 👀

Wenn Spieler sich um alles Mögliche kümmern müssen, fehlt einfach die Konzentration auf den Sport.

In Unternehmen ist das nicht anders.
Wenn gute Mitarbeiter jeden Tag einen Teil ihrer Energie für unnötige Reibungsverluste aufwenden, bleibt Potenzial auf der Strecke.

Deshalb sollte es oft weniger um die große Vision gehen.
Es geht um klare Abläufe, Verlässlichkeit, Verantwortlichkeiten und darum, alle auf ein gemeinsames Ziel auszurichten.

Von außen sind diese Dinge und Veränderungen kaum wahrnehmbar.
Nach innen sind genau das die Signale, an denen Menschen erkennen, ob sich wirklich etwas verändert.

Daraus entsteht Vertrauen. Und Vertrauen schafft dann Leistung.

Die Qualifikation der italienischen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft war ein wichtiger Erfolg.
Entschieden wurde sie aber nicht erst in den Spielen gegen die Schweiz.
Der Grundstein wurde lange vorher gelegt.

Die International Handball Federation hat dazu gerade ein ausführliches Interview mit mir veröffentlicht. Den Link findet ihr in den Kommentaren.

📸 FIGH - IHF
Post image by Bob Hanning
Wenn du große Erfolge feiern willst, musst du sie dir vorher vorstellen können 💭
So konkret, dass du das Gefühl schon kennst, bevor es überhaupt passiert.

Ich habe mir vor vier Monaten dieses Shirt mit Italien-Flagge gekauft, weil ich fest daran geglaubt habe, dass wir uns für die WM qualifizieren.
Das sollte das Shirt sein, das ich nach dem entscheidenden Spiel tragen werde, wenn ich nochmal zur Mannschaft spreche.

Und wie ihr seht, so ist es gekommen 🇮🇹

Beim Abschlusstraining vor dem Rückspiel gegen die Schweiz standen wir im Mittelkreis. Augen zu. Jeder sollte sich vorstellen, wie sich dieser Moment anfühlt, wenn die Halle explodiert und du weißt: Wir fahren zur WM.

Viele unterschätzen, wie wichtig solche Bilder im Kopf sind.

Wer sich permanent mit möglichen Fehlern beschäftigt, wird irgendwann zu vorsichtig. Gerade Außenseiter brauchen Überzeugung.
Sonst hältst du Druck und Widerstände irgendwann nicht mehr aus.

Beim DM-Finale unserer B-Jugend konnte ich leider nicht dabei sein.
Aber wir haben ihnen Shirts mitgegeben, auf denen stand:
„Sieger zweifeln nicht, Zweifler siegen nicht.“

Natürlich gewinnt niemand wegen eines Shirts oder eines Spruchs.
Aber Mannschaften wachsen, wenn sie anfangen, gemeinsam an etwas zu glauben.

Mich hat diese Qualifikation emotional mehr beschäftigt als viele andere Erfolge davor. Vielleicht, weil man gespürt hat, dass hier gerade etwas entstanden ist, das vorher kaum jemand auf dem Zettel hatte.

Und genau solche Entwicklungen beginnen lange vor dem Spiel. Sie beginnen im Kopf.
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