«Wenn ich SRF-Direktor werden würde …
wäre meine erste Amtshandlung, die journalistische Kompetenz nochmals zu stärken, weniger datengetrieben zu handeln und mehr mit dem ‹Bauch› zu entscheiden.»
Das sagt SRF-Wirtschaftsjournalist Reto Lipp im Tages-Anzeiger. Heute wird seine letzte Sendung ausgestrahlt, bevor er in den Ruhestand geht.
Seine Karriere verfolge ich seit Mitte der 90er-Jahre. Vermutlich war ich als einziger Teenager überhaupt ein Fan seiner Sendung «Salut» über französische Musik auf Radio Z. Ich schickte sogar mal eine Postkarte mit drei Musikwünschen, die er dann zu meinem Vergnügen alle spielte: Edith Piaf, Joe Dassin und Céline Dion. 😅
Später fiel er mir als besonnener und kompetenter Wirtschaftsjournalist bei SRF - Schweizer Radio und Fernsehen auf. Er stellte auch kritische Fragen, aber stets mit einem neugierig-wohlwollenden Tonfall.
Auf Twitter war er sehr aktiv und zeigte dort eindeutig, wie sehr er Daten, Zahlen und Fakten zugetan ist. Daher mag das eingangs erwähnte Zitat irritieren.
Ich verstehe Reto Lipps Einschätzung jedoch so, dass mancherorts «data-driven» Entscheidungen gegenüber menschlicher Erfahrung manchmal zu sehr priorisiert wird. Die Forschung von Gerd Gigerenzer unterstützt dies: Die Intuition von Fachleuten, die auf jahrelanger Erfahrung basiert, ist für komplexe Entscheidungen oft am wertvollsten.
Guter Journalismus braucht beides: das solide Fundament von Daten und Fakten, aber auch den erfahrenen Instinkt dafür, welche Geschichten erzählt werden müssen und wie man sie erzählt.
Danke, Reto Lipp, für viele Jahre kluger Berichterstattung und viele tolle Interviews!
#Wirtschaftsjournalismus #Daten #Intuition #Journalismus #Medien #SRF #SRFeco #EcoTalk
wäre meine erste Amtshandlung, die journalistische Kompetenz nochmals zu stärken, weniger datengetrieben zu handeln und mehr mit dem ‹Bauch› zu entscheiden.»
Das sagt SRF-Wirtschaftsjournalist Reto Lipp im Tages-Anzeiger. Heute wird seine letzte Sendung ausgestrahlt, bevor er in den Ruhestand geht.
Seine Karriere verfolge ich seit Mitte der 90er-Jahre. Vermutlich war ich als einziger Teenager überhaupt ein Fan seiner Sendung «Salut» über französische Musik auf Radio Z. Ich schickte sogar mal eine Postkarte mit drei Musikwünschen, die er dann zu meinem Vergnügen alle spielte: Edith Piaf, Joe Dassin und Céline Dion. 😅
Später fiel er mir als besonnener und kompetenter Wirtschaftsjournalist bei SRF - Schweizer Radio und Fernsehen auf. Er stellte auch kritische Fragen, aber stets mit einem neugierig-wohlwollenden Tonfall.
Auf Twitter war er sehr aktiv und zeigte dort eindeutig, wie sehr er Daten, Zahlen und Fakten zugetan ist. Daher mag das eingangs erwähnte Zitat irritieren.
Ich verstehe Reto Lipps Einschätzung jedoch so, dass mancherorts «data-driven» Entscheidungen gegenüber menschlicher Erfahrung manchmal zu sehr priorisiert wird. Die Forschung von Gerd Gigerenzer unterstützt dies: Die Intuition von Fachleuten, die auf jahrelanger Erfahrung basiert, ist für komplexe Entscheidungen oft am wertvollsten.
Guter Journalismus braucht beides: das solide Fundament von Daten und Fakten, aber auch den erfahrenen Instinkt dafür, welche Geschichten erzählt werden müssen und wie man sie erzählt.
Danke, Reto Lipp, für viele Jahre kluger Berichterstattung und viele tolle Interviews!
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