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Nora  Dietrich

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Best Posts by Nora Dietrich on LinkedIn

Wo ist HR für HR?
Oder auch: Wer kümmert sich um diejenigen, die sich um alle kümmern?

Eine Frage, die ich mir vor einiger Zeit gestellt habe und die sich weiter zuspitzt:
Denn keine Branche verlässt Ihre Jobs so häufig wie HR.

Laut LinkedIn liegt die Fluktuation bei 15 % und 62% überlegen, ihre HR Karriere gänzlich zu verlassen.

Doch was sind ihre Beweggründe?

HR ist:

1️⃣ Überfordert und unterfördert

Satte 92% der PersonalleiterInnen sagen, dass der Workload in Kombination mit begrenzten Budgets und fehlenden Kompetenzen im HR-Team ein Erfolgshindernis für 2024 sein wird.

HR setzt sich oft leidenschaftlich den Hut für fachfremde Themen wie z.B. Mental Health auf, doch ohne dafür ausgebildet zu werden. Plötzlich sind sie das offene Ohr für die Belastungen des Teams, ohne gelernt zu haben, wie sie damit umgehen und dabei auf sich selbst achten.

2️⃣ Überarbeitet und unterschätzt

HR ist immer da, doch dabei unsichtbar.
48 % sind auf der Suche nach einem neuen Job und auch weil 73 % sich ausgebrannt fühlen. Auf der Suche nach einer besseren Work-Life-Balance geht es aber auch um faire und bessere Bezahlung.

3️⃣ So nah dran und doch so fern

HR ist am Puls der Organisation, doch sitzt nur selten am wirklich wichtigen Tisch. Operativ dürfen sie umsetzen, doch strategisch nur selten Trends besetzen.

LinkedIn spekuliert, dass HR deshalb geht, weil sie die dysfunktionalen Aspekte der Organisation und deren negativen Impact auf die Belegschaft sehen, aber nur selten an der Wurzel des Problems verändern können.

Aber HR ist mehr als Compliance, HR ist vor allem 
👉 Die Tür zur Talentschmiede
👉 Kulturdesigner und Botschafter 
👉 Konfliktmanager und Ersthelfer

Und braucht dafür Support.

Lasst uns als Organisation
- HR zum strategischen Partner machen  
- in Spezialwissen investieren wie z.B. für Mentale Gesundheit
- und die Gesundheit von HR selbst priorisieren

Denn: Wer kümmert sich, wenn die, die sich kümmern, nicht mehr können?

Und als HRlerInnen:
- Fordert Trainings ein, denn ohne Handwerkszeug bleibt die Leidenschaft hinter ihren Möglichkeiten. 
- Werdet nicht leise auf Missstände in der Kultur aufmerksam zu machen, am besten mit einer guten Datenlage 
- und sucht euch eine starke Community

Denn: Our people-people need people too.

#mentalhealth #HR #zukunft #talent
Post image by Nora  Dietrich
Autismus ist nicht das Problem, unsere Idee von „normal“ ist es.

Nicht alle Menschen auf dem Autismus-Spektrum sind gut in IT oder haben eine Inselbegabung. Sie sind weder desinteressiert noch unsozial.

Trotzdem sind genau das typische Vorurteile, denen sie sich im Job stellen müssen.

Sofern sie den Bewerbungsprozess bestehen. 
Denn Bias führt dazu, dass es nur 30% in die zweite Interviewrunde schaffen, im Vergleich zu 75% der neurotypischen BewerberInnen.

Einmal eingestellt, verheimlichen 47% aller Mitarbeitenden aus Angst vor Diskriminierung ihre Neurodiversität.

Doch die Belastung, die folgt, ist immens:

➡️ „Druck normal zu sein“ 
Masking ist der Versuch die autistischen Züge, Interessen und Verhaltensweisen wie z.B Stimming zu unterdrücken und sich möglichst „sozial angepasst“ zu verhalten, um nicht „desinteressiert“ oder „eigenartig“ zu wirken. Das kostet nicht nur extreme Kraft, sondern unterdrückt ihre wahre Identität.

➡️ Soziale Interaktionen
sind schwer zu navigieren, zwischen den Zeilen lesen, Blickkontakt, Teamevents, Small Talk und Sarkasmus können verunsichern und überfordern. In der Folge wird ihre Kommunikation manchmal als „unpassend“ empfunden.

➡️ Keine Zeit allein 
Statt ständiger Kollaboration und Team Lunches, braucht es Zeit allein, um die soziale Batterie aufzufüllen. Oft gelten sie deshalb als Einzelgänger und werden nicht mehr gefragt. Doch nur weil jemand nicht sprechen will, heißt es nicht, dass er nicht dabei sein will.

➡️ „Open Space & Hot Desking“  
Klingt cool, aber für neurodiverse Menschen können ständige Veränderungen und Reizflut (Geräusche, Licht usw.) überfordernd sein.

Statt sich also an die Vorstellungen anderer anzupassen, was „normal“ ist, ist es Zeit so sein zu dürfen, wie wir sind.

Denn: 
👉 Neurodiversity is not a disability, it is a diverse-ability.

Und zum Glück gibt es schon Arbeitgeber, die solche Strukturen schaffen.

Microsoft in den USA z.B. hat ein Neurodiversity Hiring Program. Neurodiverse BewerberInnen können ihren Lebenslauf an eine spezielle E-Mail schicken. Die Fragen und Cases für das Bewerbungsgespräch werden vorab geschickt, das Gespräch selbst mit Feedback geübt, bis dann das unkonventionelle Gespräch mit Recruitern folgt, die in Neurodiversität geschult sind.

Nach Einstellung bekommt man einen Job Coach und einen Mentor zur Seite gestellt, denn die Herausforderungen und Talente sind hochindividuell.

Damit also auch wir also länger wahnsinnige Talente verpassen, lasst uns unsere individuellen Begabungen wertschätzen:

👉 wie wir Informationen verarbeiten
👉 was uns erschöpft und inspiriert
👉 und was wir brauchen, um unsere bestmögliche Arbeit zu machen

Denn Einzelbüros und “Cold Desks” sind mindestens genauso “cool”…

#autismus #autismusspektrum #neurodiversität #mentalhealth
Post image by Nora  Dietrich
Deutschland auf Platz 71 von 85 (!) im global Mental Health Vergleich

Wie geht es uns wirklich? Vor allem der jungen Generation?

Der aktuelle Global Mind Project Report von Sapien Labs liefert eine beunruhigende Antwort. Basierend auf Daten von über 2,5 Millionen Menschen und 85 Nationen kommen sie zu bewegenden Schlüssen.

Hier sind die Fakten, die wir nicht länger ignorieren können:

1️⃣ Die beispiellose Krise der 18- bis 34-Jährigen
Früher galt: Junge Erwachsene sind mental am fittesten. Heute ist das Gegenteil der Fall. Während Menschen über 55 einen stabilen MHQ (Mental Health Quotient) von etwa 101 halten, liegt der Durchschnitt bei den 18- bis 34-Jährigen bei nur noch 36.

41 % der jungen Erwachsenen leiden unter klinisch signifikanten Problemen, die ihren Alltag massiv einschränken. Wir stecken nicht in einer drohenden Krise – wir sind längst mittendrin.

Und das trotz Wohlstand.

2️⃣ Das Wohlstandsparadoxon
Es zeigt sich ein paradoxes Bild: Der mentale Rückgang ist in wohlhabenden, entwickelten Nationen am stärksten. Mehr Geld und bessere Versorgung stoppen den Trend bisher nicht. Warum?

Drei Viertel des Rückgangs lassen sich durch vier Faktoren erklären:

1️⃣ Früher Smartphone-Besitz: Die GenZ ist die erste Generation, die mit dem Internet in der Hosentasche aufgewachsen ist. Ein Smartphone vor dem 13. Lebensjahr korreliert stark mit Suizidgedanken, frühen negativen Erfahrungen und geringer Realitätsbindung. Deutschland belegt hier Platz 8 beim frühesten Besitz (!).

2️⃣ Hochverarbeitete Lebensmittel: 54 % der Jungen essen regelmäßig "Ultra-processed Foods" (UPF), was direkt mit Depressionen verknüpft ist. Deutschland liegt hier im höchsten Konsum auf Platz 13…

3️⃣ Schwindende Familienbindung: Stabile Beziehungen schützen die Psyche viermal stärker als ein hohes Einkommen. Hier liegt Deutschland nur auf Platz 47. In den älteren Generationen sogar nur auf Platz 76.

4️⃣ Verlust von Spiritualität: Menschen mit einer Verbindung zum "Großen Ganzen“ (unabhängig von der spezifischen Religion) haben oft MHQ-Werte, die 20 Punkte höher liegen. Deutschland belegt hier weltweit den letzten Platz.

Es scheint, als würden wir unsere Gesundheit einem Lebensstil opfern, der schnell, digital und einsam macht.

Übrigens führen Ghana, Nigeria und Kenia die Liste der mental gesündesten Länder an.

Vielleicht ist es an der Zeit, unsere westliche Überheblichkeit abzulegen und von Gesellschaften zu lernen, in denen Gesundheit und Gemeinschaft noch vor unbeugsamen Individualismus stehen.

💭 Was überrascht euch?
Post image by Nora  Dietrich
Zum ersten Mal in 37 Jahren sitze ich beim Kaffee mit Freunden und diskutiere Fragen wie: Was machen wir, wenn der Krieg vor der Tür steht? Wo gehen wir hin?

Parallel prasseln Nachrichten über Machtmissbrauch, Korruption und geopolitische Eskalationen auf uns ein.

Social Media schreit: „Wir sind nicht wütend genug!“
And I agree.

Gleichzeitig erwische ich mich bei der Frage, ob ich die neuen Handtücher jetzt lieber in Eierschale oder Sandbeige bestellen soll.

Dieser Rückzug ins Alltägliche ist psychologisch absolut plausibel:

1️⃣ Das Paradox der psychologischen Distanz:
Globale Krisen sind für unser Gehirn als „weit weg“ kategorisiert. Unser Erleben von echter Selbstwirksamkeit ist jedoch untrennbar an den Nahbereich gebunden. Was wir anfassen können – die Wohnung, das Projekt, die Familie –, fühlt sich real an. Also investieren wir unsere begrenzte psychische Energie dort, wo der Impact unserer Handlungen unmittelbar spürbar ist.

2️⃣ Mikro-Dosen von Kontrolle:
Wenn die Weltlage uns das Gefühl gibt, dass politische Prozesse und Machtverhältnisse sich unserer Kontrolle entziehen und Fehlverhalten nicht sanktioniert wird, steigt unbewusst die Todesangst (Terror-Management Theorie). Die Entscheidung für Eierschale oder Sandbeige klingt trivial, aber sie gibt uns ein kurzes Gefühl von Vorhersagbarkeit.

👉 Es ist der verzweifelte Versuch, in einem unkontrollierbaren Makrokosmos die Kontrolle über unseren Mikrokosmos zu behalten.

3️⃣ Regulative Grenze: Unser Nervensystem zieht eine Grenze zwischen dem, was wir „sehen“ (kognitive Wahrnehmung) und dem, was wir „aushalten“ (emotionale Kapazität).

Statt permanent in der Frage „Was, wenn…?“ zu verharren, planen wir den nächsten Urlaubs oder perfektionieren die Slides, um die Spannung zwischen Ohnmacht und Verantwortung zu regulieren.

Vielleicht sollten wir weniger fragen: „Warum tut ihr nichts?“

Und mehr: „Wie können wir Verantwortung so denken, dass sie psychisch tragbar und wir nicht allein damit bleiben?

💭 Gebt ihr euren Sorgen Räume? Oder wie geht ihr damit um?
Post image by Nora  Dietrich
lol Du starrst auf eine leere Slide, „ackerst“ dich seit Stunden ab, etwas aufs Papier zu bekommen, aber der Durchbruch will einfach nicht kommen.

Wir glauben, die Lösung sei mehr Fokus, noch mehr Disziplin und vor allem mehr Koffein.

Doch Rick Rubin, die Produzenten-Legende hinter Adele und Jay Z, schlägt das genaue Gegenteil vor: 
👉 Die sinnvolle Ablenkung (Purposeful Distraction). Oder auch: „The best way to engage is to disengage“

In seinem Buch 'The Creative Act' erzählt Rubin die Geschichte einer Band, die im Studio feststeckte. Alle waren angespannt, zerkauten jede Note, die Musik fühlte sich „verkopft“ an.

Nach Stunden der Frustration gab Rubin ihnen einen ungewöhnlichen Impuls:
„Spielt es einfach noch ein letztes Mal. Wir nehmen es nicht mit aufs Album– spielt es nur noch einmal, um euch von dem Song zu verabschieden.“

Das Ergebnis? Die Band entspannte sich. Statt analytisch zu designen, begannen sie zu 𝘴𝘱𝘪𝘦𝘭𝘦𝘯.

Im wahrsten Sinne des Wortes.

Dieser „Abschieds-Take“ war genau derjenige, der es am Ende aufs Album schaffte.

Aber ganz ehrlich: Brauchen wir wirklich noch mehr Ablenkung?

In einer Welt, in der wir sowieso keinen klaren Gedanken fassen können und alle 4 Minuten abgelenkt werden? Denn das ist die Büro Realität.

Der Unterschied ist: Die meisten von uns sind nicht „sinnvoll“ abgelenkt; wir werden unfreiwillig fragmentiert.

Das ist Cognitive Leakage (kognitiver Energieverlust). Jeder Ping erzwingt einen Task-Switch, der unseren mentalen Akku leert, ohne dass wir es merken.

Um Rick Rubins Weisheit ins 9 to 5 mitnehmen zu können, müssen wir zwischen toxischer Ablenkung und taktischem Rückzug unterscheiden:

1️⃣ Der „Abschieds-Entwurf“:
Wenn du das nächste Mal bei einem Dokument feststeckst, sag dir: „Das ist nur die Version, die ich später lösche.“ Indem du dich von dem Anspruch an Qualität „ablenkst“, gibst du deinem Unterbewusstsein die Erlaubnis, zu übernehmen.

2️⃣ Schütze die „Engage“-Phase:
Man kann nicht loslassen, was man noch gar nicht angefangen hat. Schaffe Fokus-Blöcke, in denen digitale Kommunikation ausgeladen ist. Nichts ist heiliger als eure Aufmerksamkeit.

3️⃣ Change the context:
Rubin ist überzeugt, dass wir in der Eintönigkeit unserer Routinen stecken bleiben. Wenn eine Band feststeckt, lässt er sie den Song in einer völlig neuen Konstellation spielen – oder sogar draußen. Plötzlich verarbeiten wir die Aufgabe aus einer neuen Perspektive.

4️⃣ „Sei sinnlos“:
Wenn das „Durchbeißen“ nicht mehr funktioniert, greif nicht zum Handy. Dein Gehirn braucht eine Aufgabe mit niedrigen Anforderungen, keine weiteren Informationen. Geh spazieren. Fahr Auto (auch liebevoll 'Highway Hypnosis' genannt). Kritzele auf einen Block. Starr aus dem Fenster.

Wie sagt man so schön:
Creative people need time to sit around and do nothing.

💭 Was hilft euch, wenn ihr kreativ feststeckt?
Post image by Nora  Dietrich
Du liegst im Bett, es ist 23 Uhr und dein Gesicht ist blau erleuchtet.

Du scrollst durch Instagram oder YouTube und weißt eigentlich, dass du dir gerade Energie von deinem morgigen Ich klaust.

Dieses Verhalten trägt einen Namen: Reverse Bedtime Procrastination.

Wir prokrastinieren, schlafen zu gehen, als klammheimliche Rache, dass wir am Tag zu wenig stattgefunden haben.

74% aller Menschen können abends nicht abschalten, mehr als 50 % sind ständig erschöpft. Und rund ein Drittel schlafen regelmäßig entweder nicht gut ein oder wachen ständig auf.

Die Frage ist also, wie fahren wir gesünder runter?

Chris Surel - der Schlaf-Experte - hat ein tolles Buch - das High Energy Prinzip - geschrieben. Hier sind ein paar seiner klugen Gedanken:

1️⃣ Zeit zum Atmen: Das 4-8-4-Protokoll:
Atme 4s ein, 8s aus, 4s Pause. Schon 4 Zyklen signalisieren deinem Nervensystem: „Wir sind sicher. Du darfst abschalten.“

2️⃣ Zeit zum Denken 
Wenn wir Gedanken um 15 Uhr keinen Raum geben, erinnert uns unser System gern um 3 Uhr morgens daran.

Nimm dir bewusst Zeit zu reflektieren. Was brauchst du? Was kam heute zu kurz, was dir gerade unbewusst zurückholst? Und schreib 3 Dinge auf, die morgen anstehen. Beende die Open Loops in deinem Kopf schriftlich.

3️⃣ Zeit zum echten Genießen 
Statt dich von Netflix auf Endlos-Schleife berieseln zu lassen, faste Dopamin in kleinen Dosen. Eine Folge pro Abend statt endloser Autoplay-Schleifen bis Mitternacht, oder kein Social Media mehr ab 21 Uhr, statt in jeder freien Sekunde zu scrollen.

4️⃣ Zeit ankern 
Schlaf ist das Ergebnis eines stabilen Rhythmus (Schlafkonsistenz). Zwei feste Anker sind dabei essenziell:

Die Anker-Aufsteh-Zeit (AAZ): Ein fester Zeitpunkt zum Aufwachen, der auch am Wochenende und nach schlechten Nächten beibehalten wird. Er ist primärer Taktgeber für den 24-Stunden-Rhythmus.

Die Anker-Bettgeh-Zeit (ABZ): Ein konstantes Einschlaffenster, idealerweise acht Stunden vor der AAZ. Diese Verlässlichkeit beruhigt das System. Wenn du eine Stunde vor dem Einschlafen das Licht dimmst, freut sich deine Melatonin Produktion besonders.

Rituale sind das Stichwort. Was wir für Kinder intuitiv tun, vergessen wir für uns selbst so oft. Dabei ist Schlaf alles.

💭 Was hilft euch abzuschalten und eure Energie hoch zu halten?
Post image by Nora  Dietrich
Wir alle lieben den Anfang.

Egal, ob in einer neuen Rolle oder einer neuen Beziehung.

Aber hast du dich mal gefragt, warum es sich nach ein paar Monaten oder Jahren oft so… verdammt anstrengend anfühlt?

Der Grund ist einfach:
Natürlich bleiben wir nicht dieselben – und unsere Beziehungen ebenso wenig.

Jede große Lebensveränderung – ein neuer Job, Elternschaft, Verlust oder schlicht das Älterwerden – zeichnet die emotionale Landkarte zwischen uns immer neu.

Der Paartherapeut Terry Real beschreibt drei Phasen der Liebe, die jede Beziehung durchläuft (wenn sie wachsen will). Und vielleicht auch unsere Beziehung zu unserem Job.

1. Loving without Knowing

Am Anfang ist Liebe oft wie ein Tornado an Gefühlen. Es ist wild, nah und hoffentlich leicht. Doch es ist auch die Phase der leuchtenden Projektion. Wir sehen im anderen (noch) nicht die ganze Realität, sondern das, was wir uns erhoffen.

Wir verlieben uns in die Möglichkeit “voneinander”. Und es ist großartig.
Doch noch lieben eine Idee, ohne zu wissen, wer wir in schwierigen Momenten wirklich sind.

2. Knowing without Loving

Dann folgt die Ernüchterung. Wir sehen einander plötzlich klarer. Die Marotten, die wir anfangs noch „spannend“ fanden, irritieren uns.

Psychologisch gesehen bricht unsere Projektion zusammen.
Wir werden nicht nur damit konfrontiert, wer unser Gegenüber wirklich ist, sondern auch damit, wer wir selbst in dieser Beziehung sind.

Oft katapultieren uns große Lebensumbrüche, z.B. Kinder bekommen, in diesen Reibungsraum. Und es kann sich einsam anfühlen.

Viele Paare geben hier auf, weil sie denken, die Liebe sei weg. Dabei ist das der Moment, in dem aus Illusion echte Liebe werden kann.

3. Knowing and Loving

Wenn wir die schwierige Zeit überstehen kommen wir in Phase 3 der „Full-Respect Intimacy", wie Terry Real es nennt.

“Ich kenne deine Schatten, deine Trigger, deine unschönen Seiten – und du kennst meine. Und trotzdem (oder gerade deshalb) entscheide ich mich für dich.”

Wir entscheiden uns nicht statisch zu bleiben, sondern uns immer wieder neu zu erfinden. Es ist eine reife, tiefe Verbindung, die nicht mehr darauf angewiesen ist, dass der andere perfekt ist.

Und wenn wir diese Phase meistern, beginnt der Zyklus gern wieder von vorn.

Egal wo im Leben, wir sind nicht statisch, die Frage ist nur: geben wir einander die Chance uns neu zu definieren, oder gehen wir, wenn es hart wird?

Denn kurz gesagt: 
Es ist vollkommen normal, das wir uns distanzieren und wiederfinden. Doch um das zu schaffen, braucht es manchmal Hilfe.

Echte Verbindung ist das, was bleibt, wenn die Projektion fällt.
„Du hast Depressionen? Sieht man dir gar nicht an!“

Ein Satz, der wie ein Kompliment klingt, jedoch jeglichen Mut raubt offen darüber zu sprechen.

Denn noch immer ist unser Bild von psychischen Erkrankungen oft einsam-eindimensional.

Wer depressiv ist, kommt nicht aus dem Bett und verliert sich in Lethargie. 
Wer Angst hat, traut sich nichts zu und ist schüchtern.
Wer eine Persönlichkeitsstörung hat ist exzentrisch und schwer vorhersehbar.

Dieses Denken vertieft nicht nur die Stigma-Schubladen, sondern zeichnet ein Bild, dass uns viele Menschen übersehen lässt.

Vor allem, diejenigen unter uns, bei denen vermeintlich alles „super“ läuft, egal ob im Job oder zu Hause.

So verstecken sich psychische Erkrankungen im Job z.B. hinter:

🚩 Der Fleißigen: Jede Mail wird in 2 Min. beantwortet. Sie liefert 150 % und übernimmt jedes Projekt. In Wahrheit ist es die einzige Strategie, um die Angst, den Erwartungen nicht zu entsprechen, zu stoppen.

🚩 Dem „Fels in der Brandung“: Er hört jedem zu, löst jedes Problem. Er braucht scheinbar nie Hilfe – weil er gelernt hat, dass seine Bedürfnisse keinen Raum haben.

🚩 Dem Analytiker: Er flüchtet sich in Daten und Fakten, intellektualisiert Gefühle, um sie nicht spüren zu müssen.

🚩 Der Satirikerin : „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ – Sie überspielt Sorgen mit Sarkasmus bis es nicht mehr geht.

🚩 Die Selbstoptimiererin: Yoga, Meal-Prep, 5-Uhr-Club. Es ist der verzweifelte Versuch, über den Körper eine Kontrolle zurückzugewinnen.

Aspekte, die wir als Zeichen von Gesundheit interpretieren.
Mit der Konsequenz, dass wir leider oft nicht weiter nachfragen.

Doch was im Außen so leichtfüßig aussieht, kostet im Innen unglaublich Kraft.

Was wir sehen, sind intelligente Kompensationsstrategien für Ängste, Selbstzweifel und Kontrollverlust.

➡️ Psychische Erkrankungen sind unsichtbar und damit einsam.

Wie können wir unterstützen?

1️⃣ Auf Signale achten

Oft zeigen sich körperliche Symptome wie Müdigkeit oder Spannungsschmerzen. Stimmungsschwankungen, Negativität oder Selbstzweifel. Auch können wir es in plötzlich untypischen Verhaltensweisen beobachten wie z.B ein vermehrtes Bedürfnis nach Rückversicherung oder vermehrten Überstunden.

2️⃣ Einladen authentisch zu sein

Scham ist der größte Blocker, um Hilfe zu suchen. Sprecht über eigene Gefühle und Sorgen. Denn Verletzlichkeit ist die beste Einladung für Verletzlichkeit.

Traut euch zu fragen:
Was beschäftigt Dich gerade?
Brauchst du etwas?

You never know, what someone is carrying. 
Be kind.
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Aus meiner Zeit als Trauma-Psychotherapeutin für Frauen und Kinder weiß ich:

Ein einziger Mensch kann die Biografie eines traumatisierten Kindes – oder Erwachsenen – nachhaltig mitprägen und teilweise sogar umschreiben.

👉 In der Traumaforschung nennen wir es the One Good Adult.

Wenn wir nach einem traumatischen Ereignis jemanden an unserer Seite haben, der an uns glaubt, unsere Potenziale sieht und für uns eintritt, erholen wir uns deutlich schneller. Denn es sind Beziehungen, die unsere fragmentierten Anteile integrieren, unsere Selbstwirksamkeit stärken und uns aufzeigen, was trotz allem möglich ist.

Genau dasselbe Prinzip greift im Job: Krisen, Umstrukturierungen, Entlassungen fordern uns heraus, überfordern uns, verletzen uns manchmal.

Doch auch hier können Führungskräfte, Mentor:innen oder Kolleg:innen zu dieser „One Person" werden.

Sie balancieren negative Effekte aus, wecken Potenziale, öffnen Karrieretüren und ignorieren organisationale Narben nicht, sondern beziehen sie bewusst ein.

Was macht das mit Dir? Welche Verluste stehen Dir bevor? Wo willst du dich einbringen?

Das ist Kultur.

Manchmal denken wir, Kultur wäre etwas Großes, Abstraktes. Dabei ist sie nichts anderes als die Aneinanderreihung alltäglicher Entscheidungen.

Sie lebt nicht in Leitbildern oder Strategiepapieren. Sie lebt in uns.

Und wenn wir warten – auf HR, auf den CEO, auf „die da oben" – wie Kultur aussehen soll, konsumieren wir Kultur bloß.

Aber Kultur braucht keine KonsumentInnen. Sie braucht GestalterInnen.

Menschen, die sagen: „Ich verändere vielleicht nicht die Welt, aber ich verändere dieses Meeting. Diese Entscheidung. Diesen Ton. Diese Beziehung."
Menschen, die Integrität über Bequemlichkeit stellen; Verbindung über Geschwindigkeit.

Die handeln – auch wenn niemand zuschaut. Oder applaudiert.

Wie Dr. David Bausch Bausch in seinem neuen Buch "Das Ende der Arbeitswelt" (dass ich nur empfehlen kann) betont – und wie ich darin mitdiskutieren durfte –, ist Organisationskultur keine Top-Down-Entscheidung, sondern die Summe individueller Verhaltensweisen, die sagen:

„Ich bin hier. Ich sehe dich. Ich denke mit und weiter."

💭 Hast du diese One Good Person schon mal erlebt?
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