Wie wird man eigentlich Vorstandsvorsitzender? Wollten Sie das schon immer werden?

Gestern hatte ich ein Treffen mit all unseren frisch ausgelernten #azubis (herzlichen Glückwunsch🥳), dabei stellte mir eine junge Kollegin diese Fragen.
Ehrlicherweise lautete meine Antwort: „Keine Ahnung“ und „Sowas von Nein“

Ich kenne wenige VorstandskollegInnen, die ihre Karrieren genau geplant, oder das zumindest versucht hatten. Bei den meisten war es ähnlich wie bei mir: der Weg war in keiner Weise vorhersehbar.

Als kleiner Junge wollte ich Flugzeugträger-Kapitän werden. Und musste diesen Wunsch begraben, als ich herausfand, dass die Bundeswehr gar keine besitzt 🫣.

Jahre später war die Auswahl dann Pilot, Kybernetik oder Medizin, mit Fokus Chirurgie. Dass sich von diesen Themen zwei auch als Hobby betreiben lassen, während das für operieren eher nicht üblich ist, mag einer der Gründe für meine Studienwahl gewesen sein.

Die Auswahl des Fachgebietes #Chirurgie war dann auch wieder keine „Karriere“ Entscheidung, trotz langer Arbeitszeiten, Nachtdienste, hohem Druck und einer nicht immer einfachen Hierarchie war das schlicht das, was mir am meisten Spaß machte .

Und als ich nach einigen Jahren das Gefühl hatte, im Bereich BWL zu große Wissenslücken zu haben, um jemals eine Klinik leiten zu können, war es wieder eine reine „was macht mir Spaß und wird mich herausfordern“ Entscheidung, mich bei Boston Consulting zu bewerben. Meine Kollegen konnten das damals nicht verstehen, „Jens, Du kannst doch gut operieren, Deine Karriere ist vorgezeichnet, warum ein Risiko eingehen und was Neues machen?“ war die übliche Frage.

Auch in einer Beratung kann man Projekt nach Karriere-taktischen Aspekten aussuchen. Ich suchte sie nach „finde ich spannend“ heraus. Und statt wie geplant 2 Jahre bei BCG zu bleiben, wurde ich auf einmal Partner. Und habe viele aufregende Bereiche kennen gelernt, mich schließlich aber auf Gesundheitssysteme fokussiert. Nicht wie früher als Arzt die Gesundheit eines einzelnen Patienten, sondern über Systeme die Gesundheit von Millionen positiv beeinflussen zu können, fand ich extrem herausfordernd und befriedigend.

Irgendwann kam dann der Wunsch, nicht nur zu beraten, sondern selbst zu verantworten. Zeitgleich sprach mich die Die Techniker auf der Suche nach einem neuen Vorstand an, und so kam eines zum anderen. Und wieder musste ich die Frage beantworten: „Du bist ein erfolgreicher BCG Partner, warum das aufgeben und Vorstand in einer Krankversicherung werden?“

Warum erzähle ich das? Mein Rat an unsere Azubis ist ganz einfach: macht Euch weniger Gedanken um eine Karriere in 20 Jahren, sondern macht das, was Spaß macht und herausfordert, seid offen für Veränderungen und auch mutig, mal vom geraden Pfad abzuweichen.

Die TK ist ein toller Arbeitgeber um viel zu sehen und zu lernen, nutzt das aus, und in 25 Jahren muss dann einer von Euch erklären, wie sie oder er Vorstand wurde😉

#motivation #karriere #zufriedenheit